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Gesunde Skepsis bei „unbekannten Kontakten“

Wer kennt Sie nicht, die Community-Mitglieder mit vielen Hunderten, ja teilweise Tausenden, von Kontakten? Über die Sinnhaftigkeit und Motive der Sammelwut wird immer wieder mal ausgiebig und durchaus kontrovers diskutiert. Dabei wird gerne übersehen:

- Nicht erst seit gestern sind angereicherte Kontaktdaten eine begehrte Ware.
- Daten gehen schon mal auf Wanderschaft und beschreiten dabei auch ungewöhnliche Wege.

Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden (einfacher Spam ist dabei noch ein sehr geringeres Übel) macht es durchaus Sinn, sich einige Gedanken zu machen, bevor man eine Kontaktanfrage von unbekannter Seite bestätigt. Das gilt im Übrigen nicht nur bei offensichtlichen Sammlern.

Passt der Kontakt in Ihr „Beuteschema“?
Denken Sie kurz darüber nach, ob Ihnen der Kontakt jetzt oder in absehbarer Zukunft einen Nutzen bringen kann und/oder hinreichend Gemeinsamkeiten bestehen.
Wie beeinflusst der Kontakt die Qualität Ihres Netzwerkes? Gerade bei Kontaktsammlern mit einer Unzahl von Kontakten sinkt die Qualität Ihrer 2. und 3. Ebene

Wie ernsthaft ist der Kontaktwunsch?
Erhalten Sie auch die berühmt-berüchtigten Kurzanfragen nach dem Motto „Hallo, würde mich freuen“? Wenn Sie der Meinung sind, dass der Kontakt für Sie grundsätzlich interessant sein kann, dann fragen Sie doch nach, worüber er sich freut. Was sind die konkreten Anknüpfungspunkte oder hat nur Ihr Profilbild gefallen?

Werfen Sie ruhig einen kritischen Blick auf das Profil des Anfragers. Welche Daten hat Ihnen der Anfrager in seinem Profil frei gegeben? Prüfen Sie auf Vollständigkeit, Plausibilität und verifizieren Sie es im Zweifel z.B. durch die Eingabe in einer Suchmaschine oder auch mal einen kurzen Anruf.

Gehen Sie restriktiv mit Ihren Datenfreigaben um, bis Sie Ihren Kontakt besser kennen!
- Geben Sie Ihre private Anschrift nur den Kontakten frei, die Sie auch am Sonntagnachmittag besuchen dürfen.

- Wenn Sie sich sowieso vor Telefonanrufen nicht retten können, geben Sie nicht Ihre Durchwahl, sondern die Zentrale an.

- Wenn Sie einem unbekannten Kontakt von Anfang schon eine Mailadresse frei schalten wollen, tut es zunächst auch eine Freemail-Adresse. Ändern können Sie das später immer noch.

- Es ist schön, wenn Ihnen viele Menschen zum Geburtstag gratulieren. Behalten Sie aber im Hinterkopf, dass Geburtsdaten z.B. im Versandhandel gerne zur Identifikation der Kunden verwendet werden. Unbekannte geht Ihr Geburtsdatum nichts an!

Kontakte pflegen
Damit ist nicht alleine gemeint, ab und an den Austausch zu suchen oder eingeschlafene Kontakte auszumisten. Überprüfen Sie auch bei den bestehenden Kontakten hin und wieder die Freigaben und passen Sie sie an den aktuellen Stand der Beziehung an. Anlass hierzu gibt es häufig dann, wenn Sie z.B. den Arbeitgeber gewechselt haben oder umgezogen sind.

 

(c) 2009, Peter Höfl
Die Verwendung unter Angabe von Quelle und Autor ist gestattet.

 

Peter Höfl
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